Die Diskussionen rund um Ernährung, Nachhaltigkeit und Gesundheit sind vielfältig.

Die Fragen sind oft einfach: Ist es besser lokale Bio-Glashausparadeiser zu essen, oder sollten es doch italienische Freilandparadeiser aus konventionellem Anbau sein? Die Antworten sind meist komplex: Betrachtet man nur den CO2 Rucksack der beiden Paradeiser, so macht es mehr Sinn, die italienische Paradeiser zu essen. Aber was bedeutet die jeweilige Anbaupraxis langfristig für den Boden oder für die lokalen Bauern und Bäuerinnen? Welche wirtschaftlichen Abhängigkeiten werden erzeugt? Welche Preise werden gezahlt? Wer bestimmt, welche Paradeiser angebaut werden? Was macht der Transport mit dem Produkt?

Meist ist es sinnvoll im Rahmen derartiger Frage- oder Problemstellungen, ökonomische, ökologische und soziale Aspekte zu berücksichtigen.

Und auch hier ist jeweils eine umfassende Analyse sinnvoll. So wird etwa für eine Bewertung der ökologischen Auswirkungen bei der Bereitstellung von Lebensmitteln idealer Weise die gesamte Lebenszeit eines Produktes berücksichtigt, sprich die landwirtschaftliche Produktion, die Verarbeitung, Verpackung, Lagerung, der Konsum und die Abfallbehandlung. Ein wesentlicher ökonomischer Aspekt sind die vielschichtigen, wirtschaftlichen Abhängigkeiten zwischen Ländern oder auch zwischen Politik und Wirtschaft. Themen, wie soziale Konflikte, Arbeitsstrukturen, Armut, Hunger oder Gesundheit sind wichtige soziale Aspekte.

Also gibt es eine eindeutige Antwort auf die Frage: Warum lokal speisen?Letztendlich muss sich jede/r selbst sein Bild malen.

Wir sehen es kurz gesagt so:

Der Genuss von lokalen und saisonalen Bio-Lebensmitteln tut dem Boden gut, weil er genährt und nicht ausgelaugt wird. Er tut dem Klima gut (solange keine Glashäuser beheizt werden und nicht zu viel und zu lange gekühlt wird), weil er einen geringeren CO2 Rucksack trägt bzw. kann die Bodenpflege und -nutzung des biologischen Landbaus nachweislich den CO2 Ausstoß verringern. Der Genuss von lokalen und saisonalen Bio-Lebensmitteln fördert die lokale, kleinräumige und ökologische Landwirtschaft und Wirtschaft, schafft Nähe und spürbar wechselseitige Verantwortung zwischen VerbraucherInnen und ProduzentInnen. Verbunden mit solidarischen Preisen wirkt eine lokale, ökologische Ernährung – auch auf globaler Ebene – ökonomischen Abhängigkeiten, Armut und Hunger entgegen. Solidarische, kleinräumige Verteilungsnetzwerke bieten Alternativen zur Agro-Industrie und den Supermarktketten und ein, die Menschen unterstützendes soziales Netzwerk.

Es ist ein Weg in Richtung Nachhaltigkeit und Ernährungssouveränität.

Wir bemühen uns, Wissen sowie Buch- und Filmtipps zur Verfügung zu stellen, damit sich jede/r selbst ein Bild machen kann.

Wir freuen uns über Anregungen!