Als Kind und Jugendliche habe ich das selbstgebackene Brot, den Kürbisstrudel, die Topfengolatschen, die Hühner, die Schweine, das Naschen in Gemüse- und Obstgarten, die Dörrzwetschken und den Powidl meiner Oma, Kleinbäuerin im Burgenland, geliebt. Die Frage danach, wie sich Gesellschaften und insbesondere die Landwirtschaft ökologisch und sozial nachhaltig gestalten lassen, hat mein Studium geprägt. Schließlich bin ich am Institut für Soziale Ökologie gelandet und durfte dort zu Gesellschaft-Natur-Verhältnissen, zur nachhaltigen Landwirtschaft und Lebensmittelversorgung forschen. Selbst auf das Land gezogen, habe ich Gemüse angebaut und möglichst in Bauernläden eingekauft. Als ich von einer inspirierenden Initiative in Schottland erfuhr, wollte ich selbst ins Tun kommen. Wie kann man sich und andere regional und saisonal versorgen? Mit Judith und Sabine bin ich dieser Frage nachgegangen und so entstand das SpeiseLokal!

Für mich ist SpeiseLokal! die Form, wie ich meine Familie und mich versorgen will. Mit meiner Arbeit im SpeiseLokal! unterstütze ich das, was mir am Herzen liegt – die kleinbäuerliche, vielfältige Landwirtschaft hier und anderswo in der Welt. SpeiseLokal! ist ein Ort, an dem ich – insbesondere in den Gesprächen mit BäuerInnen und ProduzentInnen – unglaublich viel lerne und die Möglichkeit habe, Wissen weiter zu geben: Welche Arten gibt es, Getreideflocken herzustellen? Was sind die Herausforderungen beim Joghurt machen? Was muss man alles beachten bei der Herstellung von Rohmilchprodukten? Was ist der Unterschied zwischen Molkerei-Produkten und Hof-Eigenen Produkten? Wie lagere ich Gemüse möglichst energiesparend …. ? Und es ist schön, eine Bewegung, ein Netzwerk wachsen zu sehen, das Menschen und Lebensmittel wertschätzt und diese abseits großer Konzerne verfügbar macht.